Einleitung
Schüler:innenaustausche oder Schulpartnerschaften fördern den kulturellen/ traditionellen Austausch, bieten eine Möglichkeit, das Erlernte praktisch anzuwenden, ein erweitertes Sprachbild zu erhalten, sowie weitere Kompetenzen zu erlangen. Schüler:innen welche an solchen Projekten teilnehmen, erleben eine ganz andere Form des Lernens, welche nicht an Frontalunterricht geknüpft ist, sondern interaktives Erleben und Lernen in den Mittelpunkt stellt. Dennoch ist die aktuelle Ausgestaltung, vor allem in Schulen außerhalb der Gymnasien, lückenhaft und hängt vom Engagement der einzelnen Schulen und Lehrkräfte ab.
Deshalb fordern wir, die feste Etablierung solcher Programme in den Bildungsweg aller Schüler:innen von weiterbildenden Schulen in Sachsen. Hierfür wird als Richtwert mindestens eine feste Partnerschule im Ausland gefordert. Dies muss jeder:jedem Schüler:in ermöglichen, mindestens an einem Auslandsaustausch oder einem ähnlichen Projekt teilzunehmen. Diese Projekte müssen zudem im Unterricht mit eingebettet werden, um auch einen nachhaltigen Mehrwert zu bieten.
Aufgaben des SMK, Schulträger und Schule
Das SMK und die Schulträger müssen hierbei konkrete organisatorische sowie finanzielle Rahmenbedingungen schaffen, welche die Schulen dabei unterstützen, Austauschprojekte in möglichst vielen verschiedenen Varianten umzusetzen.
Feste Ansprechpersonen oder Koordinationsstellen müssen hierbei an jeder Schule gezielt eingeführt oder ausgebaut werden und durch das SMK oder die Schulträger auch mit personellen Ressourcen unterstützt werden. Das SMK sowie die Schulträger sollen zudem Kontakte vermitteln, Gelder zur Verfügung stellen oder eigene Projekte organisieren, welche Schulen in Anspruch nehmen können. Diese Ansprechpersonen oder Koordinationsstellen müssen hierbei auch die langfristige Betreuung von Austauschprogrammen und Schulpartnerschafften übernehmen.
Hierbei muss speziell auch bei der Durchführung bei Bedarf extra personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Das SMK muss hierbei Förderungen, welche die vollständigen Kostenabdeckung eines solchen Programms beinhalten, bei Bedarf übernehmen, um jeder (willigen) Person eine solche Teilnahme zu ermöglichen.
Brieffreund:innenschaft und digitale Austausche
Zudem sollen anhaltende Brieffreund:innenschaften und der digitale Austausch mit Schulen und Schüler:innen im Ausland verstärkt etabliert werden. Dabei haben Schüler:innen einen echten, motivierenden Schreibanlass und verbessern automatisch und unterbewusst ihre Lese und Schreibkompetenz.
Zudem werden Sprachkenntnisse gefestigt, da man angehalten ist, unbekannte Vokabeln nachzuschlagen. Darüber hinaus belebt es das Kennenlernen von Ländern und Regionen und schafft mehr Toleranz sowie Offenheit gegenüber anderen Traditionen und Kulturen. Niedrigschwellige digitale Austausche müssen hierbei systematisch gefördert und in Teilen verpflichtend werden um zudem Sprachliche Kompetenzen und erweitern Kommunikationsfähigkeiten zu fördern. Sie bieten hierbei sowohl finanziell als auch organisatorisch einen kleinen Aufwand und geben die einfache Möglichkeit, Praxiserfahrung zu sammeln.
Austauschformate Stärken
Aktuell bestehende Förderprogramme, wie Erasmus+ (das größte Förderprogramm für Austausch in der Europäischen Union für Sport, Jugend und berufliche Bildung) unterstützen Schulen hierbei finanziell. Da dies aber dennoch ein großer organisatorischer Aufwand ist, soll die Nutzung dieser Programme auch durch Bürokratieabbau gefördert werden. Hierbei sollen konkret die Ansprechpersonen oder Koordinationsstellen der einzelnen Schulen klare Unterstützungsstruktur bei der Antragsstellung eines solchen Förderantrags durch erhalten.
Auch Lehrkräfte können, von einem solchen Austausch lernen und profitieren. Beispielsweise können sie an Fortbildungen, Hospitationen oder Kursen im Ausland teilnehmen und neue Unterrichtsmethoden erleben und anschließend anwenden. Dies soll gezielt gefördert und gefordert werden.
Auslandsjahre
Auslandsjahre müssen hierbei gesondert gefördert werden. Die Finanzierungsförderung muss hierbei möglichst alle kosten abdecken und ausnahmslos jeder:jedem Schüler:in ermöglichen teil zu nehmen.
Nach einem Auslandsjahr soll zudem die Neueingliederung in die Schule unterstützt werde und Räume für den Austausch gesammelter Erfahrungen geboten werden. Diese sollen konkret auch zum Werben für ein Auslandsjahr genutzt werden und Informationen an jeder:jedem Schüler:in geben.
Hilfe bei Berufswahl?
Darüber hinaus bieten Schüler:innenaustauschprojekte Schüler:innen die Möglichkeit Berufe zu entdecken, die es in ihrem eigenen Land nicht gibt und so ihren passenden Beruf zu finden. Solche Projekte zeigen, wie die Arbeitsstrukturen und -systeme in dem jeweiligen Land aussehen und ermöglichen Teilnehmenden viele unterschiedliche Einblicke in andere Länder.
Wer sich in einem fremden Land zurechtfindet, beweist Anpassungsfähigkeit, Selbstständigkeit, Problemlösekompetenz und die damit einhergehende Kommunikationsfähigkeit. Das ist im späteren Lebenslauf hoch angesehen und erhöht die Chance auf den eigenen Wunschberuf. Die Teilnahme an einem solchen Projekt, die damit einhergehenden Erfahrungen, das dabei Erlernte und die erweiterten Fremdsprachenkenntnisse sind für internationale Unternehmen und global ausgerichtete Berufsfelder attraktiv und ansprechend, da Unternehmen verstärkt Beschäftigte mit Mehrsprachenkompetenz suchen und beschäftigen.
